Achillessehnenentzündung

Achillessehnenentzündung

Achillessehnenentzündung = Achillodynie

Anatomie

Die Achillessehne, die dickste und stärkste Sehne des Menschen, verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Sie hat eine Tragfähigkeit von bis zu 800kg im gesunden Zustand. Vor allem beim Springen und Hüpfen ist die Sehne sehr grossen Kräften ausgesetzt. Beim Gang auf den Zehenspitzen wird die Wadenmuskulatur angespannt. Die Wadenmuskulatur zieht dabei an der Achillessehne, welche am Fersenbein befestigt ist.

Symptome

Bei der Achillessehnenentzündung kommt es zu Schmerzen im Bereich der Achillessehne mit Ausstrahlung in die Ferse oder über die Wade in Richtung Kniekehle. Aufgrund der Ausstrahlungen ist es für den Patienten gelegentlich schwierig, den genauen Schmerzort zu lokalisieren. Häufig kann lokal eine Schwellung oder schmerzhafte Auftreibung der Sehne gefunden werden. Typischerweise sind die Schmerzen nach Belastungen am Folgetag verstärkt. Vor allem die ersten Schritte am Morgen sind schmerzhaft.

Ursache

Die Ursache der Beschwerden ist eine Entzündung der Sehne nach meistens repetitiver Überlastung. Es kommt zu kleinen Rissen und Verletzungen, woraus eine schmerzhafte Entzündung entsteht. Typische Auslöser sind Umstellung in einem Sporttraining, beispielsweise ein intensiviertes Sprungtraining vor einem Wettkampf. Jedoch auch ein nicht passender Wanderschuh, welcher an der Achillessehne reibt und drückt, kann eine Entzündung auslösen. Eine unvorteilhafte Fussstellung oder ein sogenanntes Überbein am Fersen (Haglund Exostose) können Risikofaktoren für Probleme mit der Achillessehne sein. Als seltene Nebenwirkung kann eine Achillessehnenentzündung auch nach Einnahme von gewissen Antibiotika (Fluorchinolone) auftreten.

Diagnose

Die Diagnose kann eigentlich meist schon alleine durch die Untersuchung beim Arzt gestellt werden. Es braucht dafür in fast allen Fällen keine weiteren Abklärungen wie Magnetresonanztomographie, Röntgen oder Ultraschall. Nur bei unklaren Fällen oder sehr schweren Verläufen braucht es unter Umständen Weiterabklärungen.

Verlauf

Leider kann sich der Verlauf der Beschwerden äusserst mühsam gestalten. Gelegentlich hilft es eine Belastung wegzulassen und zu schonen. Oft kann aber nicht wirklich gut geschont werden, so dass nicht selten eine lästige Chronifizierung auftritt.

Therapie

Grundsätzlich muss eine weitere Überbelastung vermieden werden. Dies bedeutet unter Umständen eine Sportpause. Bei Läufern sollte möglicherweise der Laufstil unter die Lupe genommen werden. Die absolut wichtigste Massnahme ist das Dehnen der Wadenmuskulatur. Dies sollte möglichst täglich mehrmals gemacht werden.

Unterstützend soll die Achillessehne auch gekräftigt werden. Man empfiehlt ein exzentrisches Training. Dies kann einfach auf einer Treppe ausgeführt werden, indem man sich zum Beispiel an einer Treppenstufe auf die Zehenspitzen stellt und langsam über 5-6 Sekunden auf einem Bein mit der Ferse absinkt. Danach wieder mit beiden Beinen in die Ausgangsstellung zurück. (viele Beispiele und Bilder findet man im Internet unter „exzentrisches Training der Achillessehne“). Insgesamt 15 Wiederholungen sollten gemacht werden. Dieses Training sollte zweimal täglich, an sieben Tagen in der Woche und über 12 Wochen durchgeführt werden. Verschiedene entzündungshemmende Sportsalben/-gels bewirken eine lokale Entzündungshemmung. Gelegentlich kann auch die kurzfristige Einnahme eines Schmerzmedikaments zur Entzündungshemmung und Schmerzstillung notwendig sein.

Physiotherapeutisch gibt es verschiedene Ansatzpunkte. Einerseits kann die Muskulatur behandelt werden, damit sich die meist verkrampfte Muskulatur entspannt. Oft finden sich in der betroffenen Muskulatur Triggerpunkte. Dies sind lokale Verkrampfungen der Muskelfasern. Diese Triggerpunkte sind sehr druckempfindlich und können ebenfalls einen ausstrahlenden Schmerz machen. Physiotherapeutisch wird versucht diese Triggerpunkte wegzumassieren und damit eine Entspannung der Muskulatur zu bewirken. Eine weitere Technik zur Behandlung der Triggerpunkte ist das „Dry needling“. Dabei wird mit einer Akupunktur-Nadel mehrmals in den Triggerpunkt gestochen, so dass die verkrampften Muskelfasern gelöst werden. Gewisse Physiotherapien haben die Möglichkeit von Stosswellentherapien oder Ultraschall zur Behandlung der Entzündung. Ebenfalls möglich sind Bandagen, welche die Achillessehne stützen und damit entlasten. Ausserdem gibt es die Möglichkeit mit Fersenkissen die Ferse etwas anzuheben, so dass es zumindest kurzfristig zu einer Entlastung der Sehne kommt. Längerfristig fördert diese Massnahme aber eine weitere Verkürzung der Muskulatur.

Beliebt ist auch die Behandlung mit Kinesio Tape. Dies sind farbige elastische Bänder, welche im Bereich der Muskulatur aufgeklebt werden und eine Entspannung bewirken sollen. Die Bänder  können sehr einfach selber appliziert werden mit Hilfe von Youtube Videos.

Die Kortisonspritze wird eigentlich kaum mehr angewendet. Sie bewirkt bei Injektion in der Nähe der Sehne eine Schwächung derselben. Man befürchtet eine Achillessehnenruptur, weshalb sich kaum ein Arzt mehr traut eine Spritze in diesem Gebiet zu verabreichen.

Prävention

Idealerweise sollten die Schuhe so ausgewählt werden, dass kein Druck auf die Achillessehne kommt. Vor allem bei Schuhen mit hohem Schaft (Arbeitsschuhe, Wanderschuhe, Militärschuhe) sollte peinlichst darauf geachtet werden. Dehnübungen und Kräftigung können schon zur Prävention eingesetzt werden und sind beim Sportler eminent wichtig.

Nützliches:

Sprechstundenvereinbarung 044 950 40 70

Ärztehotline täglich von 13.30-14.00 Uhr auf die Nummer 044 950 40 90

Adressen und Hilfe

E-Mail & Links

Erste Hilfe