Cholesterin, die unsichtbare Gefahr

Etwa jeder vierte Erwachsene in der Schweiz hat zuviel Fett im Blut. Ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut ist eine typische „Zivilisationskrankheit“ unserer Gesellschaft. Man verspürt auch bei sehr hohen Cholesterinwerten im Blut lange Zeit keine
Beschwerden und hat keine Ahnung, was für ein Gefahrenpotential im Körper steckt.
Um so wichtiger ist es, die Lebensweise anzupassen und den Nutzen einer Therapie einzusehen.

Was ist Cholesterin ?

Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff. Der Körper braucht Fette, sie liefern Energie und Baustoffe. Cholesterin wird mit der Nahrung aufgenommen, aber auch vom Körper selbst gebildet.

Was ist eine Hypercholesterinämie ? 

Ist der Anteil an Cholesterin im Blut zu hoch, spricht man von einer Hypercholesterinämie. Überschüssiges Cholesterin kann unser Körper nicht einfach ausscheiden. Es wird an den Wänden der Blutgefässe abgelagert, was zu einer Verhärtung und Ver-
engung der Blutgefässe führt. Diese fortschreitende „Verkalkung“ heisst in der Fachsprache Arteriosklerose. Zusätzlich können sich dann noch Blutzellen anlagern, womit die Katastrophe vorprogrammiert ist: es kommt zu Gefässverschlüssen und als Folge davon nicht selten zu einem Herzinfarkt oder Hirnschlag. Die Verbindung zwischen erhöhtem Cholesterin und Hirnschlag/Herzinfarkt ist inzwischen wissenschaftlich eindeutig bewiesen und allgemein anerkannt.

Wann besteht eine Hypercholesterinämie ?

Ideal ist ein Blut-Cholesterinwert von weniger als 5,2mmol/l (= 200mg%). Liegt der Wert zwischen 5,2 und 6,5 mmol/l, so ist er leicht erhöht. Über 6,5mmol/l oder 250mg%, ist das Risiko deutlich erhöht. Der Cholesterinspiegel im Blut ist aber die Summe verschiedener Fettstoffe. Man unterscheidet zwischen „guten“, sogenannten
HDL (=High Density Lipoproteins) und „schlechten“, sogenannten LDL (Low Density Lipoproteins) Blutfetten. Die LDL enthalten viel mehr Cholesterin als Eiweiss und haben die Tendenz, sich an den Arterienwänden abzulagern. Die HDL haben einen
höheren Eiweissanteil und weniger Cholesterin. Daher sind sie in der Lage , während des Transportes in der Blutbahn überschüssiges Cholesterin aufzunehmen. Ein erhöhtes Cholesterin in Kombination mit einem erhöhten HDL ist also weniger
schlimm, als in Kombination mit einem erhöhten LDL.

Wann muss der Cholesterinwert gemessen werden ?

Erwachsene ab zwanzig Jahren sollten mindestens alle fünf Jahre einmal den Cholesterinspiegel beim Arzt bestimmen lassen. Wer raucht, einen hohen Blutdruck hat,
zuckerkrank ist, an Übergewicht leidet oder eine erbliche Belastung für Herz -Kreislaufkrankheiten hat, sollte den Cholesterinspiegel engmaschig kontrollieren lassen.

Hypercholesterinämie – was tun ?

Entscheidend ist, sich der unsichtbaren Gefahr bewusst zu werden. Mit der Umstellung auf eine gesunde Ernährungsweise kann schon häufig ein normaler Cholesterinspiegel erreicht werden. Gelingt es, konsequent zu sein, darf schon nach drei Wochen eine Besserung erwartet werden. Viel Bewegung und eine allgemeine Ge-
wichtsreduktion bei Übergewicht senkt ebenfalls den Cholesterinspiegel. Manchmal
genügen diese Massnahmen aber nicht und die Blutfette müssen medikamentös gesenkt werden. Dabei ist es sehr wichtig, dass das verordnete Medikament regelmässig täglich eingenommen wird.

Was bedeutet eine cholesterinarme Diät ? 

Wir alle essen in der Regel zu viel, zu fett, zu süss und zu wenig Nahrungsfasern.
Reduzieren Sie den Fett- und Oelkonsum! Wählen Sie magere Fleisch- und Milchprodukte. Schneiden Sie sichtbares Fett weg, und bevorzugen Sie fettarme Zubereitungsarten. Ein wenig Öl, Butter oder Margarine muss aber sein: Bevorzugen Sie pflanzliche Öle. Verwenden Sie cholesterinreiche Lebensmittel sparsam! Cholesterin kommt nur in tierischen Nahrungsmitteln vor. Dabei hängt der Cholesteringehalt nicht mit dem Fettgehalt zusammen. Es gibt auch fettarme Produkte, die besonders viel Cholesterin enthalten, wie zum Beispiel Meeresfrüchte, Innereien und Eigelb. Bevorzugen Sie nahrungsfaserreiche Lebensmittel! Wählen Sie öfters Getreideprodukte mit einem hohen Anteil Vollkorn, zum Beispiel Vollkornbrot, Vollkornteigwaren, Vollreis, Müsli. Essen Sie viel Gemüse und Obst. Beachten Sie die Deklarationen auf den Lebensmittelverpackungen! Sie geben Ihnen wichtige Informationen über die Zusammensetzung. Nehmen Sie genügend Flüssigkeit zu sich! Trinken Sie mindestens eineinhalb Liter Flüssigkeit pro Tag, am besten zuckerfreie und kalorienarme Produkte. Seien Sie mässig mit dem Alkoholgenuss. Auch die Menge spielt eine Rolle! Achten Sie darauf, dass Sie nicht von den fettärmeren Produkten plötzlich mehr essen. Wichtig ist auch der Hinweis, geduldig mit sich selber zu sein. Man soll schrittweise vorgehen und nicht als erstes sein Lieblingsgericht aus dem Menuplan streichen.

Nützliches:

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