Demenz

Demenz – die Frühdiagnostik entscheidet über den Verlauf

Mit zunehmendem Alter nimmt bei allen Menschen die Leistungsfähigkeit nicht nur im körperlichen Bereich ab. Für viele Menschen oft störender ist die Abnahme in der geistigen Leistungsfähigkeit. Wir stören uns daran, dass wir immer vergesslicher werden. Plötzlich müssen wir alles aufschreiben oder wir laufen 2 x, weil wir bei der Ankunft am Ort gemerkt haben, dass wir nicht mehr wissen, warum wir dort hin sind. Doch wo liegt die Grenze zum Krankhaften, wann sprechen wir von einer nicht mehr gutartigen Altersvergesslichkeit.

Liegt die Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit innerhalb der Altersnorm, spricht man von einer gutartigen Altersveränderung oder einer gutartigen Altersvergesslichkeit. Die Hauptveränderung im Alter ist die Verlangsamung. Dadurch verändern sich kognitive Funktionen. Die Lernfähigkeit nimmt ab, und auch das spontane Erinnern wenig weit zurückliegender Ereignisse geht nicht mehr so flott wie in jüngeren Jahren. Bei den krankhaften Veränderungen wird unterschieden zwischen der leichten kognitiven Störung und der Demenz. Bei beiden Störungen liegt die Hirnleistungsfähigkeit unterhalb der Altersnorm, bei der Demenz sind zusätzlich die Alltagsfunktionen (z.B. Zahlungsverkehr erledigen, Geräte bedienen) relevant beeinträchtigt. Ab dem 65. Lebensjahr nehmen kognitive Störungen stark zu, das Alter gilt als Hauptrisikofaktor. Das häufigste Symptom der Alzheimer-Erkrankung, welche bis zu 70% aller Demenzfälle ausmacht, ist die Vergesslichkeit. Sie beginnt häufig mit Vergessen von kurz zurück liegenden Dingen und kann enden mit einem Totalverlust des Gedächtnisses. Die Geschwindigkeit dieses Verlustes ist sehr variabel je nach Form der Krankheit. Eine Alzheimer Demenz kann schon in mittlerem Alter auftreten, meist betroffen sind aber Menschen älteren Semesters. Die Ursache der Alzheimerdemenz ist bis heute nicht bekannt. Familiäre Häufungen kommen vor. Zur Vergesslichkeit hinzu kommen ähnlich häufig zeitliche Orientierungs- und Wortfindungsschwierigkeiten sowie Mühe mit der räumlichen Orientierung. Andere Demenzformen (Bsp. ausgelöst durch Durchblutungsstörungen, Hirnerkrankungen oder  aber Alkoholüberkonsum etc.) manifestieren sich zum Beispiel durch eine Wesensänderung, eine dominante Sprachstörung und auch neurologische Auffälligkeiten. Vorboten einer Demenz können auch Verwirrtheitszustände sein, insbesondere im Anschluss an einen operativen Eingriff oder im Rahmen einer Infektion. Auch Stimmungsschwankungen und vermehrte Reizbarkeit können erste Hinweise liefern.

Eine Demenz, gleich welcher Art ist gegenwärtig nicht heilbar, kann jedoch behandelt werden. Voraussetzung ist eine gründliche Frühdiagnostik. Einfache Teste kann der bereits Hausarzt machen. Umfassende Abklärungen werden in Memory Kliniken angeboten. Eine Memory Klinik ist ein auf die Abklärung von Hirnfunktionsstörungen (z.B. Vergesslichkeit) spezialisiertes ambulantes Zentrum. Ein solches besteht in Wetzikon wo Pat. aus der Umgebung kompetent abgeklärt werden können.

Bei den Therapie-Modalitäten wird zwischen medikamentöser (z.B. Antidementiva) und nichtmedikamentöser Behandlung (z.B. kognitives Training, Bewegung) unterschieden. Diese Therapien können die Krankheit nicht heilen aber verlangsamen. Unterstützende Medikationen sind oft notwendig bei Verhaltensauffälligkeiten von Demenzerkrankten. Wichtig ist ferner die Unterstützung und Begleitung der pflegenden Angehörigen, denn ohne Betreuung leiden viele von ihnen an Erschöpfungssyndromen und Depressionen. Viele Patienten müssen im Verlauf der Krankheit in eine für Demenzerkrankungen spezialisierte Institution eingewiesen werden, da der Pflegeaufwand für Angehörige zu gross wird. Hier bestehen auch im Zürcher Oberland div. Angebote von Heimen über Tageskliniken bis zu psychiatrischen Kliniken.

Aus medizinischer Sicht ist entscheidend, Patienten mit kognitiven Einschränkungen oder die besorgten Angehörigen ernst zu nehmen und die Betroffenen einer soliden Abklärung zuzuführen.

Nicht immer einfach ist es Patienten mit einer beginnenden Demenz abzuklären, da viele Patienten es nicht wahrhaben möchten an einer solchen Erkrankung zu leiden. Oft kommen zuerst die Angehörigen zu den Fachleuten um nach Rat zu fragen und es braucht oft viel Geschick die Betroffenen für eine Abklärung zu gewinnen und dann einer möglichen Therapie zuzuführen.

 

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