Diabetes mellitus oder Zuckerkrankheit Teil 1

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit, sog. „Diabetes“) ist eine chronische Störung des Zuckerstoffwechsels mit vorübergehender oder ständiger Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Ursache ist ein Mangel an Insulin oder ein vermindertes Ansprechen von Körperzellen auf Insulin, wodurch Traubenzucker, die Glukose, aus dem Blut nicht in die Körperzellen aufgenommen werden kann. Glukose fehlt dadurch in diesen Zellen als Energielieferant, während sie im Blut in zu hoher Konzentration vorliegt. Übersteigt die Konzentration des Blutzuckers einen bestimmten Schwellenwert, so wird Glukose in den Nieren filtriert und mit dem Urin ausgeschieden. Dabei gehen große Mengen an Flüssigkeit und Mineralien verloren, was zu einer „Austrocknung“ des Körpers führt.  Zusätzlich kommt es durch den Insulinmangel zu Störungen des Fettstoffwechsels und des Eiweissstoffwechsels, ebenso ist der Diabetes mellitus oft mit einem Bluthochdruck gekoppelt. Die manifeste Zuckerkrankheit betrifft insgesamt rund 3.5% der Bevölkerung in den Industrieländern. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Diabetikern ist – gerechnet vom Zeitpunkt der Diagnosestellung – gegenüber Gesunden um rund ein Drittel verkürzt. Man rechnet, dass sich rund die dreifache Anzahl Individuen in einem Frühstadium der Erkrankung befinden. Das Wissen um diese Erkrankung und der bewusste und korrekte Umgang mit den ersten Anzeichen des Diabetes mellitus verbessern die individuelle Perspektive beträchtlich.

Formen des Diabetes mellitus

Es gibt zwei auch von der Häufigkeit ihres Auftretens her recht unterschiedlich verlaufende Formen des Diabetes mellitus, den „jugendlichen“ Diabetes, den Diabetes mellitus Typ 1 sowie den Diabetes mellitus Typ 2. Daneben gibt es noch weiter seltenere Diabetesformen:

Diabetes mellitus Typ 2 („Altersdiabetes“)

Über 90% aller Diabetiker leiden an Diabetes mellitus Typ 2, der vor allem Ältere betrifft und deshalb auch landläufig als „Altersdiabetes“ bezeichnet wird. Selten beginnt er bereits im Jugendalter – in diesem Fall spricht man von MODY (Maturity Onset Diabetes in Young People).

Die Vererbungswahrscheinlichkeit im Falle, dass beide Elternteile betroffen sind liegt bei etwa 50%. In den meisten Familien sind mehrere Personen von dieser Stoffwechselstörung betroffen. Es gilt als gesichert, dass zusätzlich andere Faktoren eine wesentliche Rolle spielen. Der individuelle Lebensstil trägt entscheidend dazu bei ob die Krankheit ausbricht. Nur 10% der Typ-2 Diabetiker sind normalgewichtig, der weitaus größere Teil dieser Erkrankten leidet unter einem teils ausgeprägten Übergewicht.

Die Ursache liegt hier in steigendem Insulinbedarf bei Überernährung. Die Ansprechbarkeit der Zielzellen auf Insulin nimmt kontinuierlich ab, wodurch die Insulinwirkung herabgesetzt wird. Zusätzlich ist die Insulinfreisetzung aus dem Pankreas oft verzögert, nach einiger Zeit kommt es zu einer Erschöpfung der insulinproduzierenden Betazellen in diesem Organ.

Bei diesem Typ liegt also zumindest anfänglich nur ein relativer Insulinmangel vor, der zunächst ohne zusätzlich Insulineinnahme behandelt werden kann.

Diabetes Typ 1 („juveniler Diabetes oder Jugenddiabetes“)

Diese Form ist die wesentlich seltenere und beginnt überwiegend im Kindes- und Jugendalter – bei rund 70 % vor dem 20. Lebensjahr. Das Körpergewicht der Typ 1 Diabetiker ist meist normal. Ohne entsprechende Erbanlagen kann der DM Typ 1 nicht auftreten; auch wenn die Veranlagung vorhanden ist, muss die Krankheit nicht ausbrechen und kann auch mehrere Generationen überspringen. Wahrscheinlich braucht es zusätzlich einen Auslöser z.B. eine Virusinfektion um den Prozess der Entstehung des Diabetes in Gang zu bringen. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Autoimmunprozess, d.h.  der Körper bildet Antikörper gegen seine eigenen Insulin-produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Dies führt zu deren Zerstörung mit nachfolgendem Insulinmangel. Diese Form des Diabetes mellitus kann nur durch Insulingabe therapiert werden.

Anzeichen von Diabetes mellitus

Rund 20% der Bevölkerung besitzen ein erhebliches Risiko, einen Diabetes mellitus des Typ 2 zu entwickeln. Bei den meisten von diesen gibt es erst diskrete Anzeichen oder Verdachtsmomente.

Während die klassischen Diabetessymptome unmittelbarer Ausdruck eines erhöhten Blutzuckers sind, stehen die Verdachtsmomente in indirekter Beziehung zu diesem. Sie können die Ärztin oder den Arzt schon bei der ersten Untersuchung auf die Spur eines Diabetes mellitus führen:

· Familiäre Belastung mit Fettleibigkeit und gelegentlichem Auftreten eines Diabetes mellitus. Die Vererbung spielt beim Typ 2 eine grössere Rolle als beim Typ 1.

· Erhöhter Blutdruck

· Störungen des Fettstoffwechsels mit Abweichungen der Blutfettwerte

· Vorzeitige Gefässverschlusskrankheiten bei Nichtrauchern und Individuen mit normalen Blutdruckwerten, insbesondere bei Frauen vor der Menopause ( Abänderung)

· Atherosklerotische Gefässveränderungen (Arterienverkalkungen) bei jüngeren Patienten

· Frühzeitige Linsentrübungen und/oder grünschimmernde Augenlinsen

· Frauen, die tote, frühgeborene, missgebildete oder übergrosse Babies (> 4.5 kg) zur Welt gebracht haben

Ein mögliches Übergewicht ist in jedem Fall als erstes abzubauen: Jede noch so geringe Gewichtsabnahme verbessert die Stoffwechselsituation.

Eine Früherkennung der Stoffwechselstörungen, die Diabetes mellitus zugrunde liegen, ist entscheidend für ihren späteren Verlauf und die langfristige Prognose.

Grundsätzlich gilt es festzuhalten, dass die Komplikationen von Diabetes mellitus behandelbar sind!

Besteht bei Ihnen ein erhöhtes Diabetes Typ 2-Risiko?

Diabetes ist die häufigste Stoffwechselstörung. Etwa 2 bis 4% der Bevölkerung sind davon betroffen, wobei ein grosser Teil der Betroffenen sich ihres beeinträchtigten Gesundheitszustandes nicht bewusst ist. Rund 90% aller Diabetiker sind Typ 2 Diabetiker.

Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Lebensalter, bei Übergewicht und bei körperlicher Inaktivität. Unerkannter Diabetes kann fatale Auswirkungen und Spätfolgen auslösen.

Dieser Test bietet Ihnen lediglich eine Richtlinie. Wenn Sie nach Auswertung des Test zu der Risikogruppe gehören, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt aufsuchen. Je mehr Fragen Sie mit Ja beantworten, desto höher ist Ihr persönliches Risiko

Beantworten Sie die nachfolgenden Fragen.

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· Mein Gewicht liegt im „orangen“ Bereich oder darüber.

· Ich bin unter 65 Jahre alt und betätige mich nur selten oder nie körperlich.

· Ich bin zwischen 45 und 65 Jahre alt.

· Ich bin älter als 65 Jahre.

· Ich bin eine Frau und habe ein Baby mit einem Gewicht von über 4.5 kg auf die Welt gebracht.

· Mein Bruder oder meine Schwester hat Diabetes.

· Ein Elternteil von mir hat Diabetes.

Dies ist der erste Teil einer Folge über Diabetes mellitus. Die Nächsten folgen in den weiteren ausgaben vom „Intern“.

Weiter zu Teil 2

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