Die Lyme-Borreliose

 

Die Lyme-Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Krankheit. Zecken zählen nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren. Die häufigste Zeckenart unter den Schildzecken ist in Europa der „Holzbock“ oder Ixodes ricinus. Zecken können verschiedene Erreger übertragen und damit unterschiedliche Krankheiten verursachen. Die häufigsten sind die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Bei der FSME wird ein Virus übertragen, bei der Borreliose ein Bakterium. Im folgenden wird nur auf die Borreliose eingegangen.Die Zecken

In der Schweiz findet man in der Natur praktisch überall Zecken. Ihr Lebensraum sind die Gebiete unter 1000m ü.M., also auch die Alpentäler. Sie halten sich vor allem im Unterholz und im feuchten Biotop des Waldes auf. Ebenso gehören die Hecken an Bach- und Flussufern zu ihren Lieblingsplätzen. Auch auf Wiesen und in Gärten sind sie oft anzutreffen, hingegen nicht auf geteerten Strassen und Plätzen. In den Häusern oder gar Betten überleben sie in der Regel keine Stunde. Besonders aktiv sind Zecken im Frühling (von April bis Ende Juni) und im Herbst (vom September bis Ende Oktober); im Sommer stechen sie ebenfalls, aber weniger häufig.

Der Zeckenstich.

Die Zecken haben beim Stich eine Grösse von 0,5mm, das heisst, sie sind kleiner als ein Stecknadelknopf, so dass man sie auf der Haut kaum sieht. Im Gegensatz zu einem Insektenstich ist der Stich einer Zecke schmerzlos. Die Zecken stechen überall, bevorzugen aber bestimmte Körperstellen. Sehr beliebt sind die Kniekehlen, die Schamgegend, der Bauchnabel, die Achselhöhlen und die Schultern. Bei Kleinkindern setzen sich die Zecken oft auch am Haaransatz des Nackens fest.

Die Lyme-Borreliose

Die Krankheit kommt praktisch in allen europäischen Ländern vor. Die Häufigkeit ist von Region zu Region unterschiedlich. Untersuchungen haben gezeigt, dass 5 bis 35% (in bestimmten Gegenden sogar 100%) der Zecken den Erreger in sich tragen. Jede Zecke, egal aus welcher Gegend, muss deshalb als mögliche Trägerin des Erregers betrachtet werden, dies im Unterschied zur FSME, bei der es bestimmte gefährdete Gebiete gibt, in denen die Zecken das Virus in sich tragen. Je mehr man sich in den Zeckengebieten aufhält, desto grösser ist das Risiko der Infektion. Das Krankheitsbild der Lyme-Borreliose ist ausserordentlich vielfältig und tangiert daher alle Fachbereiche der Medizin. Die Krankheit kann in drei Stadien eingeteilt werden. Stadium I tritt  1-3 Wochen nach dem Zeckenbiss auf und ist die lokale Manifestation am Stichort, es entsteht eine grossflächige Hautrötung. Stadium II folgt 3-8 Wochen nach dem Zeckenbiss und kennzeichnet die Phase der generalisierten Infektion. Der Erreger breitet sich auf dem Blut- und Lymphweg in verschiedene Organe aus. In dieser Phase kommt es zum Befall des Nervensystems, der Gelenke, der Haut sowie des Herzens. Das Stadium III tritt nach Monaten oder Jahren auf und ist durch eine Chronifizierung der aufgeführten Krankheitsbilder gekennzeichnet. Die Krankheit hat somit auch verschiedene Schweregrade, das Spektrum reicht von einer leichten Grippe oder einem leichten Hautausschlag bis, in seltenen Fällen, zu chronischen Gelenk- und Nervenleiden. Gerade in den späteren und schwereren Krankheitsstadien ist eine Diagnose  äusserst schwierig, vor allem auch, weil der Zeckenbiss dann lange zurückliegt, und der Patient sich nicht mehr daran erinnert. Im Unterschied zur FSME kann die Krankheit mit Antibiotika therapiert werden, dafür gibt es keine Impfung.

Der Zeckenschutz

Sprays gegen Zecken sind leider keine zuverlässige Abwehr. Der effizienteste Schutz besteht im Tragen von geschlossenem Schuhwerk und einer eng anliegenden Beinbekleidung, wobei man die Hosenstösse in die Socken stülpen sollte. Mit dieser Vorsichtsmassnahme wird den meisten Zecken der direkte Zugang auf die Haut verwehrt oder zumindest erschwert. Nach einem Aufenthalt in der Natur empfiehlt es sich, gründlich zu duschen, damit die noch nicht saugenden Zecken abgespült werden. Ebenso sollte man die bereits erwähnten Körperstellen nach den ganz kleinen Zecken absuchen.

Die Zeckenentfernung.

Eine Zecke sollte möglichst rasch entfernt werden, da mit der Länge des Saugaktes die Gefahr einer Erregerübertragung zunimmt.Die zu entfernende Zecke darf nicht mit einem Mittel vorbehandelt werden, da dies erst recht zur Uebertragung von Krankheitskeimen führt. Die Zecke sollte man möglichst hautnah mit einer Pinzette fassen und senkrecht ohne Drehbewegung herausziehen. Anschliessend wird die stichstelle desinfiziert.

Nützliches:

Sprechstundenvereinbarung 044 950 40 70

Ärztehotline täglich von 13.30-14.00 Uhr auf die Nummer 044 950 40 90

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