Herz-Kreislauf-Krankheiten bei Frauen

Die meisten Frauen glauben, dass Herz-Kreislauf-Krankheiten eine Männersache sind, was grundlegend falsch ist. Auch bei Frauen sind die Herz-Kreislauf-Krankheiten Todesursache Nummer eins. Trotzdem sind sich die meisten Frauen dieses Risikos nicht bewusst. Zudem konzentrierten sich bislang die Forschung, medizinische Versorgung und die Präventionsbemühungen hauptsächlich auf Männer. Die fatale Folge: Frauen wähnen sich in falscher Sicherheit, schenken den Risikofaktoren nicht genügend Beachtung und interpretieren Krankheitssymptome häufig nicht richtig.

Anzeichen erkennen

Meistens deuten Anzeichen Tage oder Wochen vorher auf das drohende Ereignis eines Herzinfarktes oder Hirnschlages hin. Diese zu erkennen kann lebensrettend sein, da sich der Schaden am Herz oder Gehirn mit speziellen Medikamenten begrenzen lässt, unter der Voraussetzung, dass diese frühzeitig gegeben werden.

Typische Anzeichen für einen Herzinfarkt sind: Schmerz in der Brustgegend, der mehrere Minuten dauert und häufig erstmals bei körperlicher Anstrengung, bei Aufregung, nach einer üppigen Mahlzeit oder bei Kälte auftritt; Schmerzausstrahlung in die Schultern, die Arme, den Hals oder den Oberbauch; Uebelkeit, Schwindel, Schwächegefühl, Schweissausbruch, Atemnot, unregelmässiger Puls, Angstgefühl.

Typische Anzeichen für einen Hirnschlag sind: Lähmungs-/Taubheitsgefühl in Gesicht, Arm, Bein; plötzliche Sehstörungen; Verlust der Sprechfähigkeit; erstmalig und plötzlich auftretende sehr starke Kopfschmerzen; Schwindel, Unsicherheit beim Gehen. Die Symptome müssen nicht alle zusammen auftreten oder können nur schwach ausgeprägt sein, vor allem bei Frauen.

Risikofaktoren

Verschiedene Risikofaktoren fördern die Arteriosklerose und somit die Entstehung von Herzkreislauf-Krankheiten. Die meisten können beeinflusst werden. Je mehr Risikofaktoren zusammentreffen, desto grösser ist die Erkrankungsgefahr. Im Folgenden finden sich einige Angaben zu den einzelnen Risikofaktoren.

Das zunehmende Alter. Während Männer bereits vor dem 50.Lebensjahr gefährdet sind, besteht für Frauen erst ab der Menopause, d.h. nach 50 eine Gefahr. Bis zu diesem Zeitpunkt bieten die weiblichen Hormone den Frauen einen guten Schutz vor Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Familiäre Belastung. Wenn mehrere Blutsverwandte an einer Herz-Kreislauf-Krankheit leiden oder wenn sich eine solche Erkrankung bei Blutsverwandten schon früh im Leben (d.h. bei Männern vor 45, bei Frauen vor 55) bemerkbar macht, besteht eine familiäre Belastung und somit ein erhöhtes Risiko.

Zigarettenrauchen. Verglichen mit einer Nichtraucherin muss eine Frau, die gewohnheitsmässig raucht, mit einer Vervierfachung des Herzinfarktrisikos rechnen. Tritt ein Herzinfarkt auf, verläuft er häufiger mit Komplikationen als bei Nichtraucherinnen.

Erhöhter Blutdruck. Ab 45 hat fast jede zweite Frau in der Schweiz einen erhöhten Blutdruck, was die Arteriosklerose fördert. Dies ist eine heimtückische Gefahr, da ein erhöhter Blutdruck häufig keine Symptome verursacht. Der Blutdruck sollte deshalb regelmässig kontrolliert werden.

Hohe Blutfettwerte.Davon sind Frauen nach der  Menopause sogar häufiger als Männer betroffen. Wie der Blutdruck steigt auch der Blutfettspiegel still und schmerzlos und wird in der Regel erst bei einer Blutkontrolle erkannt.

Zuckerkrankheit (Diabetes).Der weit verbreitete nicht primär insulinabhängige Erwachsenendiabetes oder Alterszucker kommt bei Frauen wesentlich häufiger vor als bei Männern und zählt zu den Hauptrisikofaktoren einer Herzkreislauf-Krankheit. Auch hier gilt: Blutzuckerwerte regelmässig kontrollieren lassen.

Uebergewicht. Dies ist einerseits ein eigenständiger Risikofaktor, andererseits verstärken überflüssige Kilos andere Risikofaktoren wie erhöhte Blutfette, Bluthochdruck und Diabetes.

Bewegungsmangel.Ein rastendes Herz- und Gefässsystem rostet. Wer sich hingegen regelmässig körperlich betätigt, kann das Herzinfarktrisiko um rund einen Drittel senken. Körpertraining hilft ausserdem, Risikofaktoren wie Uebergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Diabetes herabzusetzen.

Stress. Dieser ist zweifellos gesundheitsschädigend, wird jedoch als direkte Krankheitsursache eher überbewertet. Allerdings kann er die Ursache sein für den Griff zur Zigarette, ungesundes Essverhalten und Bewegungsmangel.

Alkohol. Es stimmt zwar, dass mässiger Alkoholkonsum das Herzinfarktrisiko senkt. Uebermässiger Alkoholkonsum aber schädigt nicht nur Leber und Gehirn, sondern führt auch zu erhöhten Blutfettwerten, zu Bluthochdruck und zu einer Gewichtszunahme.

Vitaminmangel. Ein Vitaminmangel wirkt sich ungünstig auf Herz und Gefässe aus. Bei einer normalen, ausgewogenen Ernährung nimmt man in der Regel genug Vitamine zu sich. Eine ungenügende Vitaminzufuhr findet man aber gehäuft im Alter wegen abnehmendem Appetit sowie bei Rauchern, da das Nikotin zu einem erhöhten Vitaminbedarf führt.

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