Husten

Husten ist keine Krankheit, sondern nur ein Symptom einer zugrundeliegenden Störung der Gesundheit. Husten kann somit bei verschiedenen Krankheiten auftreten, ja sogar bei Erkrankungen verschiedener Organsysteme.

Husten kann akut auftreten und nach kurzer Zeit verschwinden, er kann aber auchchronisch werden oder immer wieder auftreten. Von chronischem Husten sprechen wir, wenn der Husten länger als 4 Wochen dauert.

Am häufigsten und am bekanntesten ist wohl der Husten auf Grund Infektionen der oberen Luftwege , wie er in der kühlen Jahreszeit oft angetroffen wird. Meist ausgelöst durch Befall der Schleimhäute, zuerst im Nasenrachenraum, mitinfektiösen Viren, werden diese gereizt, es kommt zur Entzündung,  und damit zu einer Rötung und Schwellung mit vermehrter Schleimabsonderung. Der Schleim kann durch Hinunterfliessen in den Rachen den Kehlkopf reizen und es kommt zum typischen feuchten Husten, wie wir ihn vor allem bei kleinen Kindern kennen. Dieser Husten tritt vor allem auch beim Abliegen ,in den frühen Morgenstunden , oder aber bei Anstrengungen körperlicher Art auf. Dieser Husten ist immer verbunden mit einer laufenden Nase, d.h. mit einem „Pfnüsel“. Befällt die Infektion auch die unteren Atemwegen kommt es zu einer Bronchitis, der Husten wird tiefer und tritt auch häufiger auf. Viele Leute können nun deutlich Schleim abhusten, zuerst in klarer, dann gelblich grüner Farbe. Diese viralen Infekte der Luftwege, sind selten mit Fieber verbunden, ausser bei kleinen Kindern, welche auch bei diesen, sogenannt banalen Infekten, Fieber produzieren können. Dieses verschwindet in der Regel nach kurzer Zeit wieder, wie auch der beschriebene feuchte Husten, der nach wenigen Tagen bessert und dann verschwindet.

Behandelt wird dieser Husten mittels schleimlösenden Medikamenten tagsüber und nachts, damit der Patient schlafen kann, ev. mit einem hustenstillenden Sirup oder Tabletten. Unterstützt wird diese Therapie mit warmen Brustwickeln und falls möglich mit Dämpfen. Ebenso können Einreibungen mit Pulmex oder ähnlichem die Beschwerden lindern. Wichtig ist genügendes Trinken, das schleimlösend wirkt und das Einschalten eines Luftbefeuchters, da die trockene Luft im Winter den Hustenreiz verstärkt.

Wird der Husten jedoch immer schlimmer, tritt deutliches Krankheitsgefühl auf, verbunden mit Fieber oder sogar Brustschmerzen und Atemnot, sollte der Hausarzt konsultiert werden, damit eine Lungenentzündung ausgeschlossen werden kann.

Leider immer häufiger hört dieser infektiöse Husten nach wenigen Tagen nicht auf. Er wechselt vom tiefen feuchten Husten in einen anfallsweise auftretendentrockenen Reizhusten, der vor allem Nachts, bei Anstrengungen und Temperaturwechseln auftritt. Der Pat. wird öfters nachts geweckt und kann nicht mehr schlafen. Wir sprechen dann von einem „post-infektiösen Reizhusten“. Dieser wird ausgelöst durch eine Entzündung der Bronchien, ähnlich dem Asthma. Im Unterschied zum einfachen Husten wird nur wenig und sehr zäher Schleim gebildet, der kaum abgehustet werden kann. Hustenstillende Medikamente nützten nur wenig oder gar nichts mehr; der Husten dauert oft über Wochen an. Die Behandlung dieser Hustenformen kann oft nur mittels Inhalationen von speziellen Medikamenten erfolgreich bekämpft werden. Wichtig ist der Ausschluss von echtem Asthma, da bei diesen Patienten die Inhalationstherapie längere Zeit fortgeführt werden muss. Vor allem bei Kindern kann durch virale Infekte ein Asthma ausgelöst werden, das sich einzig und alleine mit Husten äussert. Diese Asthmaform heilt meist aus, wenn die Kinder grösser werden. Inhaliert werden sowohl beim Reizhusten als auch beim Asthma die gleichen Medikamente. Dauert also ein Reizhusten längere Zeit und tritt er vor allem Nachts anfallsweise auf, sollte der Hausarzt konsultiert werden um eine Chronifizierung zu verhindern.

Eine spezielle Form des Infektiösen Hustens kennen wir bei Kleinkindern im Frühwinter, wenn die Luft kalt und trocken wird und oft durch Nebel stark belastet ist mit Schadstoffen. Die Kinder wachen wenige Stunden nach dem Einschlafen auf und werden geplagt von massiven Hustenanfällen, die vom Zuschauer aus wie Erstickungsanfälle aussehen. Wir sprechen dann vom Pseudocroup , der ausgelöst wird durch eine durch Viren ausgelöste Entzündung des Kehlkopfes. Die Anfälle dauern oft einige Minuten bis zu einer Stunde und verschwinden spontan. Am nächsten Tag kann der Arzt oft nichts mehr feststellen. Die Hustenanfälle treten dann während 1-2 Nächten wieder auf. Wichtig bei diesen Anfällen ist es, den Kopf nicht zu verlieren, da sie meist ungefährlich sind. Die Behandlung ist einfach und wirksam, indem mit dem Kind ins Badezimmer gegangen wird und im Bad oder der Dusche durch Einlaufenlassen von heissem Wasser ein „Dampfbad“ erzeugt wird. Reicht dies nicht aus,  kann ein Fieberzäpfchen zur Abschwellung gegeben werden. Für die nächste Nacht darf ein abschwellendes Mittel vorsorglich verabreicht werden. In schlimmen Fällen oder bei immer wieder auftretenden Pseudocroupanfällen verschreibt der Arzt spezielle Medikamente (Kortison). Tritt bei solchen Pseudocroupanfällen hoch Fieber auf, oder treten diese auch tagsüber auf, muss sofort der Hausarzt konsultiert werden, es könnte sich um eine zwar seltene, aber gefährliche Komplikation handeln

Bei ganz kleinen Kindern die plötzlich, aus den nichts heraus, anfallsweise  und sehr stark husten, muss auch an das Verschlucken von Gegenständen gedacht werden. Bei diesen Kinder fehlen dann die üblichen Begleiterscheinungen wie oben beschrieben.

Tritt Husten immer wieder, d.h. mehrfach pro Jahr und jeweils über längere Zeit auf, muss an eine chronische Bronchitis gedacht werden, wie wir sie bei Rauchern oder nach langdauerndem, nicht behandeltem Asthma kennen. Chronischer Husten, verbunden mit Blut im Auswurf könnte auch ein Symptom von Lungenkrebs sein. Solche Warnzeichen müssen also ernst genommen werden. Der typische einfache Raucherhusten tritt jeden Morgen nach dem Aufstehen auf und ist ähnlich dem einfachen Husten wie zuerst beschrieben. Die Behandlung sollte mit dem Arzt abgesprochen werden.

Vor allem in den Sommermonaten kann Husten auch im Rahmen von Allergien auftreten. Dies bei Patienten mit Heuschnupfen. Oft versteckt sich hinter diesem Husten ein allergisches Asthma. Daran muss auch gedacht werden, wenn Husten immer in ganz speziellen Situationen auftritt, bsp. nach Kontakt mit Haustieren, nur im Bett oder in verstaubten Räumen. Diese Hustenformen zeigen sich als trockener Husten und verstärken sich deutlich bei zusätzlichen Infektionen der Atemwege. Über Husten bei Asthma berichten wir im speziellen in einem späteren Artikel.

Weitere Hustenformen treten auf nach Verletzungen des Brustkorbes, bsp. nach Rippenbrüchen. Diesen Hustenformen geht immer ein Unfall voraus und sind somit leicht zu diagnostizieren.

Vor allem bei älteren Leuten kann chronischer Husten auch auftreten im Rahmen von Herzerkrankungen, d.h. vor allem bei der sogenannten Herzinssuffizienz. Bei dieser Krankheit kann das Herz nicht mehr genügend Leistung erbringen, es kann Wasser in die Lungen austreten, was zu Husten und ev. Atemnot führen kann. Auch diese Formen von Husten treten oft nachts auf. Die Patienten können nicht mehr flach liegen und benötigen einige Kissen zum Schlafen.

Seltener und vor allem auch im Liegen tritt Husten bei der sogenannten Refluxkrankheit auf. Meist durch einen Zwerchfellbruch bedingt, fliesst im Liegen Magensäure zurück in die Speiseröhre. Dies führt zum typischen sauren Aufstossen und kann nachts beim Schlafen via Kehlkopf auch in die Lungen gelangen und somit Husten auslösen. Typisch bei diesem Husten ist das saisonal unabhängige auftreten, oft verstärkt nach üppigen abendlichen Mahlzeiten und das für den Patienten unangenehme saure aufstossen beim Bücken, Liegen etc. Behandelt werden diese Formen durch Hochstellen des Kopfteils im Bett und durch säurehemmenden Medikamente.

Andere auch seltenere Hustenformen chronischer Art treten auf bei Krankheiten des Lungengerüstes, bsp. nach langer Staubexposition (Bergarbeiter) bei der Farmerlunge oder der Vogelzüchterkrankheit.

Diese Krankheiten treten erst nach Jahren der Exposition auf und sind an einen bestimmten Beruf gebunden.

Sie sehen also Husten als Symptom tritt bei vielen verschiedenen Krankheiten auf und benötigt je nach Ursache eine andere Behandlung.

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