Impfempfehlung 2013

Impfempfehlungen 2013 durch das Bundesamt für Gesundheit

Vor kurzem erschienen die neuen Impfempfehlungen durch das Bundesamt für Gesundheit. In diesen Empfehlungen sind nicht nur die neusten Richtlinien für Impfungen bei Kindern, sondern auch Änderungen für Auffrischimpfungen bei Erwachsenen. Gerne möchten wir sie darum darüber informieren.

Grundsätzlich sind Impfungen eine wirkungsvolle Methode, um Krankheiten und ihre Komplikationen zu vermeiden. Sie werden heutzutage zu Millionen bei Kindern und Erwachsenen angewendet. Viele schwere Komplikationen von eigentlichen Kinderkrankheiten sind aufgrund der Impfungen sehr viel seltener geworden. Beispiele für die Erfolge sind die weltweite Elimination der Pocken oder die Eindämmung der Kinderlähmung.

Die Impfungen unterdrücken das Immunsystem keinesfalls, wie oft befürchtet wird. Sie ahmen eine natürliche Infektion nach, so dass eine Abwehrreaktion durch das Immunsystem provoziert wird. Bei einem Kontakt mit dem echten Virus oder Bakterium ist das Immunsystem bereits vorgewarnt und reagiert darum ungleich rascher und effizienter. Die Impfung nimmt dem Immunsystem also nicht die Arbeit ab, sondern trainiert die Abwehrreaktion.

Diphterie und Tetanus (zusammen mit Keuchhusten)

Die Diphterie ist eine schwere Infektion des Kehlkopfes. Die Infektion kann sehr rasch verlaufen und führt zum Anschwellen des Kehlkopfes. Die kann vor allem bei Kleinkindern zum Erstickungstod führen. Die Krankheit ist auch unter dem Namen „echter Krupp“ bekannt und zum Glück seit der Impfung selten geworden. Bei Eltern von Kleinkindern ist die virale harmlosere Variante „der Pseudokrupp“ gut bekannt.

Die Tetanuserkrankung, auch Starrkrampf, wird durch Bakterien verursacht, welche vorwiegend in der Erde leben. Verschmutzte Verletzungen können zu einer Infektion mit diesen Bakterien führen. Es reichen dazu Verletzungen mit Dornen im Garten.

Empfohlen wird durch das BAG die Grundimmunisierung von Tetanus und Diphterie, neu immer zusammen mit Keuchhusten mit total 5 Impfungen bis zum 7. Lebensjahr. Mit 11-15 Jahren erfolgt eine Auffrischimpfung. Danach ist die nächste Auffrischimpfung erst wieder mit 25 Jahren notwendig.

Neu sind die Auffrischimpfungen nach dem 25. Lebensjahr nur noch alle 20 Jahre (früher 10 Jahre) notwendig, also mit 45 Jahren und mit 65 Jahren. Ab 65 Jahren sollte die Auffrischimpfung wieder alle 10 Jahre erfolgen. Bei Verletzungen, welche potentiell verschmutzt sind, wird die Impfung neu nur empfohlen, falls die letzte Impfung länger als 10 Jahre (früher 5 Jahre) her ist.

Es genügen also deutlich weniger Impfungen für einen guten Impfschutz.

Keuchhusten (Pertussis)

Der sehr ansteckende Keuchhusten ist vor allem für Säuglinge eine schwere Erkrankung. Die Säuglinge leiden an schweren Hustenanfällen mit Erstickungssymptomen und dies bis zu 50x pro Tag. Die Krankheit kann bis zu 4 Wochen dauern. Komplikationen sind Lungenentzündungen, Krämpfe und gelegentlich bleibende Schädigungen des Gehirns. Einer von 200-300 Säuglingen stirbt bei einer Erkrankung mit diesem Keim.

Die Impfung erfolgt in Kombination mit der Tetanus und der Diphterie Impfung. Empfohlen wird die Grundimmunisierung mit total 5 Impfungen bis zum 7. Lebensjahr (gleich wie Diphterie und Tetanus). Neu wird allen, welche nicht 5 Impfungen gegen Pertussis gehabt haben eine Nachholimpfung zw. 11 – 15 Jahre empfohlen. Nachher soll spätestens mit 25 Jahren eine nächste Auffrischimpfung erfolgen. Vor allem der Schutz der Säuglinge vor der gefährlichen Infektion ist der Grund für die Impfempfehlung für die Erwachsenen, wobei die Krankheit natürlich auch für Erwachsene nicht angenehm ist. Da in der Schweiz vor allem nach dem 25. Lebensjahr der Nachwuchs erwartet wird, wird die Auffrischimpfung auch in diesem Alter empfohlen. Unabhängig vom Alter wird aber allen Erwachsenen eine Auffrischimpfung empfohlen, welche bereits oder in naher Zukunft beruflich oder familiär Kontakt mit Säuglingen unter 6 Monaten haben, falls die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt.

Neu wird zudem alle schwangeren Frauen im 2. oder 3. Drittel der Schwangerschaft eine Impfung gegen Keuchhusten empfohlen, sofern dies letzte Impfung länger als 5 Jahre zurückliegt. Dadurch sollen Säuglinge in den ersten Lebenswochen besser geschützt werden. Falls während der Schwangerschaft nicht geimpft werden kann, sollte diese kurz nach der Geburt nachgeholt werden.

Poliomyelitis

Die Kinderlähmung ist seit 20 Jahren in der Schweiz verschwunden und seit 2002 ist auch Europa frei von Kinderlähmung. Dies ist einer der Erfolge der Impfung. Im Ausland ist der Poliovirus aber teilweise noch vorhanden, so dass man sich auf Reisen anstecken kann. Die Polioviren zerstören Nervenzellen und verursachen dadurch meist lebenslange Lähmungen.

Für die Impfung der Kinderlähmung gibt es keine Neuerungen. Zur Grundimmunisierung gehören 5 Impfungen in Kombination mit Tetanus, Diphterie, Hämophilus und Pertussis. Eine Auffrischimpfung bei Erwachsenen wird empfohlen, falls man in Länder reist, wo die Polioviren noch aktiv sind (Indien, Pakistan, Afghanistan, Nigeria). Der einzige bekannte Wirt des Poliovirus ist der Mensch, weshalb eine gute Durchimpfung der Bevölkerung zur Ausrottung des Virus führt.

Humane Papillomaviren

Die humanen Papillomaviren sind die häufigste sexuell übertragbare Infektion. Mehr als 70% der sexuell aktiven Männer und Frauen stecken sich im Laufe des Lebens mit diesem Virus an. Meist machen die HP-Viren keine Symptome. Eine Infektion mit HPV kann aber bei der Frau den Gebärmutterhalskrebs  fördern. Hauptverantwortlich sind die HPV Typen 16 und 18.

Die HPV Impfung schützt gegen die HPV Typen 6, 11, 16 und 18. 99% der Infektionen mit diesen HPV Typen können mit der Impfung verhindert werden und damit wird das Auftreten des Gebärmutterhalskrebses wesentlich gesenkt. Der jährliche gynäkologische Untersuch wird damit aber nicht ersetzt, da nicht gegen alle HPV Typen geimpft werden kann. Neu genügen zwei Impfungen für Mädchen im Alter von 11-14 Jahre. Der Abstand zwischen den beiden Impfungen beträgt 6 Monate. Falls die erste Impfung erst mit 15 Jahren erfolgt, ist weiterhin das Impfschema mit 3 Dosen empfohlen. Die zweite Dosis erfolgt nach 2 Monaten und die dritte Dosis nach 6 Monaten. Ideal ist aber eine Impfung gegen HPV vor dem ersten Geschlechtsverkehr, damit die Impfung noch vor einer ersten HPV Infektion erfolgt.

Natürlich könnte man noch über viele weitere wichtige Impfungen berichten. Masern, Mumps, Röteln, Pneumokokken, Meningokokken und Hepatitis sind ein Dauerthema in der hausärztlichen Praxis. Im Impfplan 2012 erfolgte keine Änderung der Impfempfehlung bei diesen Krankheiten, weshalb wir diese Impfungen bei diesem Artikel ausgeblendet haben. Gerne beraten wir sie aber bezüglich aller Impfungen in unserer Praxis.

Literatur: Schweizerischer Impfplan 2013 BAG.

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