Infektionsprophylaxe oder wie kann man den Winterkrankheiten entfliehen

oder wie kann man den Winter-Krankheiten entfliehen?

Bei der Vorbeugung oder Prophylaxe müssen wir unterscheiden zwischen gesunden und bereits angeschlagenen Personen:

Gesunde, kräftige Menschen vom Kind bis zum Erwachsenen benötigen im Normalfall keine spezielle Prophylaxe, es sei denn, sie können sich ein Fehlen vom Arbeitsplatz oder von der Schule nicht leisten. In dieser Bevölkerungsgruppe verlaufen auch die schwereren Infektionen in der Regel problemlos und heilen ab. Wollen diese Menschen eine Vorbeugung betreiben, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am wichtigsten ist das Vermeiden von Erkältungskrankheiten durch Vermeiden von Unterkühlung vor allem der Füsse. Dazu sollte auf eine kalorienreiche, aber nicht zu voluminöse Ernährung geachtet werden, die reich anVitaminen und Eiweissen ist. Vermeiden sie hustende Menschenansammlungen und gehen sie vorsichtig mit Erkälteten um. Vermeiden sie vor allemStubenhockereiFrische Luft verhindert das Angehen von Erkältungen. Die Raumluft sollte nicht zu trocken und nicht zu warm sein, vor allem nicht im Schlafzimmer. Ausreichend Schlaf stärkt das Immunsystem. Ebenso „Abhärten“ kann man sich durch regelmässiges Sport treiben im Freien, Wechselduschenoder reg. Saunieren. Ob die Zufuhr von Vitamin C-Präparaten hilft, bleibt nach wie vor umstritten.
Aus der Naturmedizin gibt es eine Vielzahl von Medikamenten zur Stärkung des Immunsystems. Am bekanntesten sind wohl die Echinaceae-Präparate, wie Echinacin oder Echinaforce und dergleichen. Diese Präparate stärken das Abwehrsystem, werden sie regelmässig eingenommen. Viele Apotheker oder Drogisten kennen sich in diesen Präparaten aus und können Ihnen das Richtige empfehlen.
Die Schulmedizin bietet Präparate an, die ähnlich einer Impfung das Immunsystem stärken. Diese ebenfalls natürlichen Tabletten, Sprays oder Kapseln werden an gewissen Tagen im Winter eingenommen. Wie bei einer Impfung produziert der Körper darauf hin spezifische Abwehrstoffe, welche das Ausbreiten einer Infektionskrankheit unterdrückt. Die Wirkung dieser Präparate ist recht gut und wird vor allem Leuten empfohlen, die oft unter Erkältungskrankheiten leiden. (auch Kindern) Ebenso können diese Menschen empfohlen werden, die sich nicht gegen Grippe impfen lassen wollen oder können. Lassen Sie sich  deshalb von Ihrem Hausarzt beraten.
Daneben bietet die Pharmaindustrie seit letztem Winter zwei spezifische Grippemittel an, welche auch prophylaktisch eingenommen werden können. Das eine „Tamiflu“ wird als Tablette eingenommen, das andere „Relenza“ wird inhaliert. Beide Medikamente können auch als Therapeutikum gegen eine bereits ausgebrochene Grippe benutzt werden, sofern dies früh genug geschieht. Die Medikamente sind rezeptpflichtig und sehr teuer. Sie werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Unserer Meinung nach sind diese Medikamente nur in speziellen Fällen einzusetzen.

Die beste und wirksamste Prophylaxe bis heute bleibt die Grippeimpfung.Gleichzeitig ist es auch die Günstigste. (ca. 25.-Fr.) Die Grippeimpfung schützt mit einem Prozentsatz von 80 – 90% gegen die Grippe, und damit auch gegen die Grippekomplikationen. Wir sehen auch, dass bei regelmässiger Anwendung die einfachen Erkältungskrankheiten seltener auftreten. Da die Grippeimpfung nur einige Monate wirkt, muss sie jeden Herbst wiederholt werden. Die Zusammensetzung des Impfstoffes wird je nach erwarteten Grippeviren jedes Jahr neu zusammengestellt.  Nebenwirkungen sind generell selten und meist nur von geringem Ausmass. (leichte Grippesymptome, Schmerzen an der Injektionsstelle) Sie verschwinden auch nach wenigen Tagen. Geimpft werden können alle Menschen, ausser Kleinkinder unter einem Jahr, Leute mit einer Allergie gegen Hühnereiweiss und Personen, die gerade eine schwere Infektion durchmachen. Der Impfschutz beginnt 2-3 Wochen nach Impfung. Ist die Grippe ausgebrochen, kann somit nicht mehr geimpft werden. Der richtige Impfzeitpunkt ist somit von Mitte September bis Ende November.
Allgemein empfohlen wird die Impfung allen Menschen, die speziell gefährdet sind an einer Grippe zu erkranken. Dies betrifft Menschen mit chron. Krankheiten der Lunge, des Herzens etc., Diabetikern, Leuten unter immunsupprimierender Therapie und Insassen von Alters- und Pflegeheimen. Bei diesen Gruppen gibt es kein Alterslimit. Das heisst, dass auch Kinder mit chron. Krankheiten vor allem der Lungen gegen Grippe geimpft werden können.  Zudem wird die Impfung allen Menschen über 60 Jahre empfohlen, dies deshalb, da bei dieser Gruppe die natürliche Abwehrkraft abnimmt und Grippekomplikationen häufiger und gefährlicher sind. Für diese Gruppen wird die Impfung von den Krankenkassen bezahlt. Sinnvoll kann die Impfung auch für Leute sein, die andere anstecken könnten und für Leute, die sich eine Grippe nicht leisten können. (Ärzte, Pflegeberufe, Lehrer, Verkäuferrinnen vor allem in Apotheken, Chauffeure im öffentlichen Verkehr etc.) Lassen sie sich von uns beraten, ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist.

Speziell  möchten wir Sie auch auf die Möglichkeit hinweisen einer Impfung gegen Pneumokokken. Pneumokokken sind Bakterien. Es sind die zweithäufigsten Erreger einer bakteriellen Hirnhautentzündung, die häufigsten Erreger von zu Hause erworbenen Lungenentzündungen und Mittelohrentzündungen. Nasennebenhöhlenvereiterungen und Bronchitiden können ebenfalls durch Pneumokokken ausgelöst werden. Viele Lungenentzündungen im letzten Winter dürften somit durch diese Erreger ausgelöst worden sein. Gefährlich sind diese Infektionen, trotz Antibiotikatherapien, vor allem für ältere Leute. In der Schweiz gibt es ca. 1100 Todesfälle pro Jahr wegen Pneumokokkeninfektionen. Wichtiger kann die Impfung werden, wenn zunehmend Resistenzen gegen Antibiotika auftreten. In gewissen Ländern, (bisher nicht bei uns), kommt es heute schon vor, dass viele Antibiotika nicht mehr wirken. Die Wirksamkeit der Impfung liegt bei ca. 75%. Die Verträglichkeit der Impfung ist, ähnlich der Grippeimpfung, gut. Beobachtet werden etwas mehr Lokalreaktionen an der Einstichstelle, vor allem bei der 2. Impfung. Diese verschwinden innert 48 Stunden. Schwere Impfreaktionen sind sehr selten.
Empfohlen wird die Impfung somit Personen über 64 Jahre. Menschen mit chronischen Grundkrankheiten wie bereits bei der Grippeimpfung erwähnt. (Lungen-Herzkranke, Diabetiker etc.) Speziell empfohlen wird die Impfung allen Leuten, die sich die Milz entfernen lassen mussten. Kinder unter 2 Jahren dürfen nicht geimpft werden. Mit den heute zur Verfügung stehenden Impfstoffen, wird eine einmalige Wiederholung der Impfung nach 3-5 Jahren empfohlen. Einige ältere Hittnauer haben wir vor ca. 5 Jahren erstmals geimpft. Die Impfung kann zusammen mit der Grippeimpfung gemacht werden. Die Kosten können freiwillig von den Krankenkassen übernommen werden.

Überlegen sie sich, die für sie beste Vorbeugung und melden sie sich früh genug beim Hausarzt, falls Sie eine Impfung wünschen. 

Nützliches:

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Ärztehotline täglich von 13.30-14.00 Uhr auf die Nummer 044 950 40 90

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