Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung

Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung- Sinn oder Unsinn

Trotz grosser Bedeutung von Krebserkrankungen ist die Zahl der Massnahmen mit gesichertem Nutzen zur Vorsorge und Früherkennung limitiert. Immerhin stirbt jeder 4. Schweizer an einer Krebserkrankung. Somit wäre es von grossem Nutzen, man könnte diese Krankheiten früh erkennen und somit besser behandeln oder sogar Heilen.

In Inseraten, Fernsehauftritten, Internetforen und auf Messen werben zahlreiche Anbieter für diverseste Massnahmen insbesondere gegen Herz-Kreislauferkrankungen und aber auch gegen Krebserkrankungen. Darunter finden sich seriöse Fachgesellschaften aber auch Unternehmen, deren Angebote einen nicht immer nachgewiesenen Nutzen versprechen. Es gibt heute einige gesicherte Vorsorgemassnahmen, welche den Betroffenen einen klaren Nutzen bringen.

Als wichtigste Vorsorgemassnahme überhaupt empfehlen sich Massnahmen, welche die Bildung von Krebserkrankungen verhindern. Hier sprechen wir von Primärvorsorge. Erst in zweiter Linie geht es darum Krebserkrankungen, die bereits entstanden sind, aber noch nicht erkennbar sind für den Patienten,  zu erkennen. Hier sprechen wir von Sekundärvorsorge. Eine Früherkennung von Krebserkrankungen ist dann sinnvoll, wenn eine geeignete Therapie in der Folge zur Verfügung steht, welche besser ist, als die Behandlung, wenn der Krebs bereits für den Pat. erkennbar ist. Früherkennung ohne mögliche Folgetherapie verursacht viel unnötiges Leid, Ängste und auch Kosten.

Nationale Krebsgesellschaften haben einen Kodex gegen Krebs begründet, welcher beschreibt, was jedermann dazu tun kann, um Krebserkrankungen gar nicht erst entstehen zu lassen. (vgl. unten)

Rauchen und Fehlernährung haben einen wesentlichen Anteil von je ca. 30% auf die Entstehung von Krebs. Verstärkt wird dies durch eventuellen regelmässigen Alkoholkonsum. Rauchen kann beispielsweise die Entstehung von Lungen-, Speiseröhren-, Bauchspeicheldrüsen-, Blasen und Gebärmutterkrebs fördern. Aber auch Krebs im Rachen-Nasenraum kann durch Rauchen ausgelöst werden.

Die Entstehung von Dickdarmkrebs ist in fast 50% von der Ernährung abhängig. Die einfache Regel  „5 am Tag“, d.h. mindestens 5 Portionen Obst und oder Gemüse als Bestandteil der täglichen Ernährung wird dringend empfohlen. Übergewicht gilt heute als Risikofaktor bei der Entstehung von diversen Krebserkrankungen. Die Zufuhr von Vitaminen als Krebsvorsorgemassnahme hat sich leider nicht bestätigt, so dass dies heute nicht mehr empfohlen werden kann.

Kodex gegen Krebs 2003

  1. Ich rauche nicht

  2. Ich vermeide Übergewicht

  3. Ich bewege mich täglich

  4. Ich esse frisches Obst und Gemüse

  5. Ich trinke wenig Alkohol

  6. Ich schütze mich und meine Kinder vor der Sonne

  7. Ich schütze mich vor krebserregenden Stoffen

  8. Ich gehe als Frau (ab 20 Jahren) zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge

  9. Ich gehe als Frau (ab 50 Jahren) zur Mammographieuntersuchung

  10. Ich nutze die Darmkrebsvorsorge

  11. Ich lasse mich gegen Hepatitis B impfen

Vorsorgeuntersuchungen auf Krebsvorstufen oder –frühstadien

Solche Verfahren sind nur dann effektiv, wenn ein grosser Teil der Bevölkerung davon Gebrauch macht. In der Regel wird aber nur ein kleiner Teil davon einen Nutzen haben, indem ein Frühstadium erkannt wird, das dann auch geheilt werden kann. Nicht unterschätzt werden dürfen aber auch Gefahren durch solche Vorsorgeuntersuchungen, welche selber wieder Krebs auslösen könnten, wie bsp. die Strahlenbelastung bei der Mammographie, Übertherapien im Fall von falsch positiven Befunden, Vermittlung von falscher Sicherheit bei falsch negativen Befunden, Entwicklung von Ängsten und Verunsicherungen. Dazu muss heute auch eine volkswirtschaftliche Abwägung der Kosten gemacht werden, da ein Teil der Vorsorgeuntersuchungen teuer sind und nicht immer einen grossen Nutzen bringen.

In der Folge erklären wir etablierte Vorsorgemassnahmen mit gesichertem Nutzen.

Brustkrebs ist die Todesursache bei 3-4 % der Frauen. Das Risiko daran zu Sterben ist in hohem Masse davon abhängig, in welchem Stadium die Krankheit erkannt wird. Ist der Krebs weniger als 1 cm gross ist die Überlebensrate für 10 Jahre weit über 90%. Mit zunehmender Grösse schwindet diese Wahrscheinlichkeit rasch. Deshalb ist es wichtig, dass alle Frauen die Brüste selbst untersuchen um Veränderungen möglichst früh zu erkennen. Dies alleine genügt aber nicht, jeden Tumor früh zu erfassen. Lassen sich die Frauen zwischen 50 und 70 Jahren regelmässig alle 2 Jahre mammographieren, können viele, wenn auch nicht alle Krebsfrühstadien erkannt und behandelt werden. Bei jüngeren Frauen ist die Datenlage nicht gesichert.

Darmkrebs entsteht über mehrere Jahre aus gutartigen Polypen. Das Abtragen von solchen Polypen kann somit die Entstehung von Krebs verhindern. Die Erkennung solcher Polypen ist entweder möglich über einen Blutnachweis im Stuhl mittels einem einfachen Test, oder aber sicherer über eine Darmspiegelung, bei welcher die Polypen direkt abgetragen werden können. Der einfache Blutnachweis im Stuhl hat den grossen Nachteil, dass nicht blutende Polypen nicht erfasst werden können. Da häufiger Blut im Stuhl nachgewiesen werden kann bsp. bei Hämorrhoiden müssen bei einem pos. Blutnachweistest eine Darmspiegelung folgen. Empfohlen wird somit eine Darmspiegelung ab dem 50 Altersjahr. Regelmässige Blutnachweisteste ca. einmal jährlich können ebenfalls empfohlen werden, da dies einfach und günstig ist.

Der Prostatakrebs ist der häufigste Krebs der Männer, vor allem der älteren Männer. Somit kommt der Früherkennung eine grosse Bedeutung zu. Die Untersuchung mit dem Finger vom Darm her hat leider nur eine kleine Trefferquote. Eine einfache Blutuntersuchung, bei welcher das PSA (Prostataspezifische Antigen) gemessen wird, hat eine deutlich höhere Aussagekraft. Einzig im Graubereich, bei leicht erhöhten Werten, lässt es sich nicht genau von einer gutartigen Vergrösserung unterscheiden. Bei verdächtigen Werten muss eine genauere Untersuchung folgen. Da der Prostatakrebs vor allem bei jüngeren und Männern im mittleren Alter gefährlich ist, lohnt es sich, dass ab ca. 45 Jahren dieser Wert in reg. Abständen gemessen wird. Prostatakrebs im hohen Alter ist für die Betroffenen meist nicht mehr limitierend, so dass hier oft keine Therapie nötig ist.

Der Lungenkrebs, welcher bei jedem 10 Raucher auftritt, könnte mittels einer Computertomographie früherfasst werden. Da aber die Heilungsaussichten auch bei einer Früherfassung immer noch nicht sehr gut sind, ist es umstritten, ob diese Untersuchung als Vorsorgemassnahme empfohlen werden soll. Besser ist es mit dem Rauchen aufzuhören.

Die beste Krebsvorsorge für den Gebärmutterhalskrebs bei den Frauen ist der regelmässige Krebsabstrich, der allen Frauen ab 20-25 Jahren empfohlen wird. Damit können bis zu 90% aller Krebsgeschwüre erfasst und geheilt werden. Diese Krebserkrankung wird nicht selten durch die Papillomaviren ausgelöst. Gegen diese Viren gibt es neu eine Impfung, welche den jungen Frauen empfohlen werden kann. Dies entspricht dann einer Primärvorsorge, d.h. einer krebsigen Entartung kann somit vorgebeugt werden. Jede Frau sollte zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr alle 2 Jahre und ab dem 30. Lebensjahr bis zum 70. Lebensjahr alle 3 Jahre den Krebsabstrich machen lassen.

Gegen alle anderen Krebserkrankungen gibt es leider keine sichere Vorsorgemethode. Hautveränderungen sollen den Ärzten gezeigt werden, wenn sie sich verändern, oder auffällig erscheinen. Wichtiger ist es aber, sich gut gegen die Sonne zu schützen.

Immer wieder werden Blutuntersuchungen gegen Krebs propagiert. Leider gibt es bis heute keine sicheren Blutteste, welche eine Krebserkrankung Früherkennen könnte. Wohl gibt es so genannte Tumormarker, welche aber erst nach dem Auftreten von Krebs in der Verlaufsbeobachtung eine Bedeutung haben.

Die Hepatitis B Impfung verhindert diese Form von Gelbsucht, welche bei einigen Patienten chronisch werden kann. Die Folge kann eine Leberzirrhose sein mit dem Endstadium von Leberkrebs, welcher nicht heilbar ist. Auch deshalb wird heute bereits den Jugendlichen diese Impfung empfohlen.

Nützliches:

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Ärztehotline täglich von 13.30-14.00 Uhr auf die Nummer 044 950 40 90

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