Reisen bei Herz-Kreislaufkrankheiten

Wir alle reisen gerne und schätzen Ferien in einer anderen Umgebung. Personen mit einer Herz-Kreislauf-Krankheit bilden dabei keine Ausnahme. Ferienaufenthalte sind grundsätzlich möglich für Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (Angina pectoris, Herzinfarkt), überstandenem Hirnschlag, Herzschwäche, künstlichen Herzklappen und Herzschrittmachern. Entscheidend für eine Reisefähigkeit ist eine stabile Krankheitssituation und eine nicht allzu stark eingeschränkte körperliche Belastbarkeit. Für Herz-Kreislauf-Patienten sind Länder mit einem gemässigten Klima und mit einer guten medizinischen Infrastruktur die geeignesten Reiseziele. In jedem Fall sollten Personen mit einem Herz-Kreislauf-Problem zwei bis drei Wochen vor Reiseantritt ihre Pläne mit einem Arzt besprechen. Er kann die Reisefähigkeit bestätigen und bei der Ferienvorbereitung behilflich sein.

Reiseplanung und -programm

Reisehektik und -stress belasten das Herz. Organisieren Sie Ihre Reise deshalb auch unter diesem Aspekt und planen Sie genügend Zeitreserven ein.

Reiseversicherung

Ueberprüfen Sie die Leistungen Ihrer Versicherung bei Auslandaufenthalten für Behandlung und Transport/Rückführung. Schliessen Sie wenn nötig eine Zusatzversicherung und in jedem Fall eine Reiseannullationsversicherung ab.

Unterlagen

Fragen Sie Ihren Arzt nach den Krankheitsdokumenten, die Sie mitnehmen sollten. Dazu gehören zum Beispiel Blutverdünnungskarte, Ausweis für Endokarditisprophylaxe, Schrittmacherpass, ausgewählte Arzt- und Spitalberichte.

Medikamente

Nehmen Sie einen genügend grossen Medikamentenvorrat mit. Versorgen Sie die Medikamente nicht im Koffer, sondern im Handgepäck. Vergessen Sie auch die Medikamentenbeipackzettel nicht, da diese Angaben über die Zusammensetzung und Dosierung der Wirkstoffe enthalten. Nehmen Sie auch in den Ferien die verordneten Medikamente zuverlässig ein. Bei Fernreisen mit Zeitverschiebung sollte die Medikamenteneinnahme im normalen Zeitintervall geplant und nur allmählich (innerhalb von drei Tagen) auf die Lokalzeit umgestellt werden.

Notfall

Orientieren Sie sich vor der Abreise über die medizinische Versorgung an Ihrer Feriendestination. Notieren Sie sich die wichtigen Notfalltelephonnummern wie zum Beispiel der REGA, des TCS und der Krankenkasse. Füllen Sie mit Hilfe Ihres Arztes Ihren persönlichen Notfallpass aus. Diesen erhalten Sie bei der Schweizerischen Herzstiftung.

Klima

Länder mit sehr kalten oder sehr warmen Temperaturen (über 30 Grad) und Aufenthalte in grösseren Höhen (über 2400m) sollten gemieden werden. Gönnen Sie sich genügend Zeit für die Akklimatisierung am Urlaubsort. Legen Sie sich nicht schon am ersten Tag stundenlang in die Sonne.

Körperliche Aktivitäten

Kälte, Hitze und grosse Temperaturschwankungen belasten den Kreislauf. Passen Sie deshalb Kleidung und Aktivitäten den Temperaturen an. Halten Sie sich auch in den Ferien an das ärztliche Bewegungsrezept, überschreiten Sie die darin festgelegten Grenzen nicht und gehen Sie sportliche Aktivitäten mit Vernunft an.

Während der Reise

Reisen Sie mit leichtem Gepäck (Rollkoffer, kleine Rucksäcke). Lassen Sie sich wenn immer möglich von Trägern helfen. Patienten mit Herzschrittmachern sollten Metalldetektoren in Flughäfen, Hotels oder Kaufhäusern meiden (Schrittmacherpass vorzeigen!).

Essen und Trinken

Besonders vorteilhaft für Herz und Gefässe ist die mediterrane Ernährung mit reichlich Früchten, Gemüse, Brot, Teigwaren, Reis, Fisch und Olivenöl. Achten Sie auch in den Ferien auf eine eher fett- und salzarme Kost. Halten Sie Mass mit Alkohol trinken und Essen. Trinken Sie jedoch bei Durchfall viel, um eine Austrocknung des Körpers zu verhindern. Achten Sie generell auf eine angemessene Flüssigkeitsaufnahme (am besten in Form von Mineralwasser), da bei Wassermangel Herz-Kreislauf-Probleme auftreten können.

Wann sollten Sie eine Reise nicht antreten oder verschieben ?

Auftreten von neuen Herz- und Kreislaufereignissen in den letzten vier Wochen. Herzinfarkt oder Hirnschlag sowie Herzoperation vor weniger als vier bis sechs Wochen. Patienten mit instabiler Angina pectoris oder mit stabiler Angina pectoris bei sehr niederiger Belastungsstufe. Patienten mit schweren Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche mit Atemnot bei niederiger Belastung oder plötzlicher Bewusstlosigkeit. Patienten mit einem schweren oder nicht richtig eingestellten Bluthochdruck. Veränderungen von bekannten Beschwerden oder neu auftretende Symptome vor einer geplanten Reise sind immer ein ernst zu nehmendes Warnzeichen und sollten vor der Abreise seriös abgeklärt werden.

Nützliches:

Sprechstundenvereinbarung 044 950 40 70

Ärztehotline täglich von 13.30-14.00 Uhr auf die Nummer 044 950 40 90

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