Tennisarm und Golferarm

Tennisarm und Golferarm – Ursache – Eigenbehandlung

Woher habe ich meinen Tennisarm?

Auf diese Frage finden die wenigsten Patienten eine klare Antwort. Meistens sind die Schmerzen an den äusseren Sehnenansätzen des Ellbogens eines Tages einfach da, ohne dramatische Ereignisse und ohne offensichtliche Fahrlässigkeit. Dass ein Tennisarm mit einer Überlastungsreaktion zu tun hat, wissen viele. Wie und wann aber im Einzelfall die Überlastung zu Stande kam, das bleibt unklar.

Wieso ist die Antwort für den Patienten so schwierig zu finden?

Drei Aspekte verhindern, dass die auslösende Überlastung einfach identifiziert werden kann. Zum Ersten werden Belastungen auf unseren Bewegungsapparat häufig unterschätzt und der eigene Trainingszustand wird im Gegenzug überschätzt. Wenn Peter Muster nach einer strengen Woche im Büro am Samstag im Ferienhaus mit der Schleifmaschine während drei Stunden das Holz an der Fassade bearbeitet, dann ist das auf den ersten Blick keine gewaltige Belastung. Ein Handwerker macht diese Arbeit ja tagelang ohne Probleme. Genau besehen fordert Herr Muster seine Sehnen und Gelenke jedoch bei der täglichen Arbeit nur wenig und auch in der Freizeit treibt er kaum Sport. So ist die Belastbarkeit der Sehnenansätze am Ellbogen eben bescheiden.

Zum Zweiten spielen häufig mehrere Faktoren eine Rolle. Es ist nicht das Gleiche, ob der Pat. seine Schleifarbeit nach einer sehr strengen Woche mit viel  PC- und Mausarbeit verrichtet, oder ob er dieselbe Arbeit am Ende der Ferien macht. Die verkrampfte Arbeit mit der Maus führt häufig bereits zu einem latenten leichten Reizzustand am Ellbogen, ohne dass unser Patient etwas davon spürt. Wenn während der Schleifarbeiten auch noch ein kalter Wind bläst, kann das die Sehnenstrukturen anfälliger für Überlastungsreaktionen machen, und das Risiko für einen Tennisarm steigt weiter.

Der dritte Aspekt betrifft den typischen zeitlichen Verlauf. Fast immer treten die ersten Beschwerden mit zeitlicher Verzögerung auf. Während der Schleifarbeiten glaubt Der Pat.  dass noch alles im grünen Bereich sei. Der Arm fühlt sich vielleicht müde an, aber von Schmerzen keine Spur. Erst am nächsten Tag ist die Bescherung spürbar.  Diese Latenz hängt mit den Entzündungsvorgängen am Sehnenansatz zusammen. Die Reaktion auf die Überlastung im Gewebe braucht eine gewisse Zeit, und so treten die Schmerzen erst verzögert auf.

„Bankkontomodell“ als Verständnishilfe

Für die einzelnen Strukturen unseres Bewegungsapparates haben wir jeweils einen „Gewebetoleranz-Kredit“ zu Verfügung. Je besser wir für eine Belastung durch unsere alltäglichen Tätigkeiten vorbereitet sind, umso höher ist der Kredit. Der Kredit des Pat.  war so betrachtet für die Arbeit mit der Schleifmaschine relativ gering. Wegen der strengen Arbeitsphase am PC war dieser Kredit zudem bereits angebraucht, als er mit dem Schleifen begann. Deshalb hatte er wohl spätestens nach zwei Stunden seinen Kredit aufgebraucht, nur hat er davon nichts gemerkt. Wegen dem verzögerten Auftreten der Entzündungsreaktion merkte er erst am Tag darauf, dass er das Konto überzogen hatte.  Ist das Gewebe bereits vor der Belastung entzündet, ist die Latenzzeit entsprechend kürzer. Die Latenzzeit zwischen Überlastung und Schmerz kann stark variieren: Ist das Gewebe schon entzündet und der Kredit damit sehr niedrig, kommt die Information über den negativen Saldo, sprich die Überlastung, rascher.

 Auch wenn es oft schwierig ist, einen eigentlichen Auslöser zu finden, so führen in der Regel einseitige und repetitive Überbelastungen des Unterarms zu typischen Beschwerden. Beim Tennisarm verursacht die Reizung am Sehnenursprung der Handgelenkstreckmuskulatur die Schmerzen, während beim Golferarm die Handgelenkbeugemuskulatur auf der Innenseite des Ellbogens betroffen ist.
Eine Überprüfung der Haltung am Arbeitsplatz und ein zeitlich limitiertes Aussetzen beziehungsweise eine Reduktion der sportlichen Belastung sollten zu Beginn einer jeden Therapie stehen. Verschiedene Hilfsmittel können die Beschwerden zusätzlich lindern: Zur Entspannung der betroffenen Muskulatur empfiehlt es sich während der Nachtruhe eine Handgelenksmanschette zu tragen. Eine Bandage am Ellbogen bei der Arbeit  kann zu einer Verteilung der Sehnenbelastung beitragen. (Tennisarmbandage)
Ein Heimprogramm ist die Basis einer jeden Tennis- und Golferarmtherapie. Dabei stehen regelmässige Dehnungsübungen im Vordergrund. Damit wird versucht, die erhöhte Muskelspannung zu reduzieren.

Nützliches:

Sprechstundenvereinbarung 044 950 40 70

Ärztehotline täglich von 13.30-14.00 Uhr auf die Nummer 044 950 40 90

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